Unterfangung Nachbargebäude

Für Interessierte ist hier eine Beschreibung der erforderlichen Maßnahmen zur Sicherstellung der Standsicherheit der Nachbargebäude im Westen und im Osten, Delbrückstraße 36 und 38, aus der Website des beauftragten Unternehmens übernommen.
https://www.burisch-grundbau.de/unterfangung-nachbargebaeude.html

HDI-Unterfangung Nachbargebäude

Aufgabenstellung
Als eine der gebräuchlichsten Anwendungen wird das Hochdruckinjektionsverfahren (HDI) zur Unterfangung von nachbarschaftlichen Gebäuden eingesetzt. Diese HDI-Unterfangung wird immer dann angewandt, wenn es darum geht, im Zuge einer Neubaumaßnahme tiefer auszuheben als die Fundamente des Nachbarn gegründet sind. Bei nahezu gleichen Aushubzuständen können aber auch Grundbruchsicherungen erforderlich werden.

Im dargestellten Fall wird der rechte Nachbar durch zwei sich überschneidende HDI-Säulen gemäß statischer Vorgabe (Hintergrundfläche) gesichert. Das in den Neubau hineinragende Überprofil an HDI-Säulen wird im Zuge der Aushubarbeiten mittels Fräsbagger entfernt.

Herausforderungen

  • Falls die Nachbargebäude unterschiedliche Fundamenttiefen aufweisen, sind zuerst die höher liegenden Bereiche herzustellen.
  • Die optimale Planung einschließlich die der anzulegenden Arbeitsebenen für das HDI-Bohrgerät garantiert eine zügige und fachgerechte Durchführung.
  • Die Ausführung erfolgt in sogenannten Pilgerschrittverfahren, um Lastumlagerungen welche mit geringen Setzungen verbunden sein können auf ein Minimum zu beschränken.
  • Parallel zur Unterfangung werden täglich Setzungsmessungen durchgeführt.

HDI-VERFAHREN

Das Düsenstrahlverfahren ist ein hochqualitatives Verfahren zur Verstärkung und Sicherung von Fundamenten im Spezialtiefbau. Beim HDI-Verfahren (Einfachverfahren) wird ein sogenanntes Düsgestänge unter Zufuhr von einer Bindemittelsuspension dreh-bohrend bis zur geplanten Endtiefe abgeteuft. Anschließend erfolgt die Herstellung der HDI-Säule von unten nach oben, indem durch eine voreingestelllte Dreh-Zieh-Bewegung des Düsgestänges die Bindemittelsuspension unter erhöhtem Druck (ca. 380 bar) in den Boden gepresst wird. Bei diesem Vorgang wird der anstehende Baugrund vollständig erodiert und mit der Bindemittelsuspension / Zementleim vermischt; daher spricht man auch von einer »Bodenvermörtelung im Düsenstrahlverfahren«. Das Verfahren ist auch als »Jet-Grouting« oder »Hochdruckbodenvermörtelung« bekannt. Durch Variation der Ziehgeschwindigkeit des Düsgestänges, der Verpressmenge oder -drücke ist die Reichweite der Verpresskörper bedingt steuerbar.

Das Düsenstrahlverfahren ist erschütterungsfrei und schont daher die vorhandene Bausubstanz. Durch das Hochziehen des Düsgestänges bis über die Unterkante des Fundamentes wird mit der Herstellung bereits ein kraftschlüssiger Verbund zum Fundament erzielt. Daher ist eine HDI- bzw. Düsenstrahlunterfangung in der Regel sehr verformungsarm.

HDI-Kleinbohrgerät im Einsatz

Bauordnung Berlin

Als Käufer können wir zwar zu Recht erwarten, dass unser Bauvorhaben entsprechend der Anforderungen der Bauordnung in Berlin errichtet wird. Doch ohne die Möglichkeit zur Überprüfung bestimmter Aussagen unserer Ansprechpartner in der HB, wird es nicht gehen. Deswegen hier ein Link auf die Gesetzestexte in Berlin.

Drei Punkte seine hier direkt erwähnt, weil sie in jüngster Vergangenheit schon diskutiert wurden:

§ 11 Baustelle

(1) Baustellen sind so einzurichten, dass bauliche Anlagen ordnungsgemäß errichtet, geändert oder beseitigt werden können und Gefahren oder vermeidbare Belästigungen nicht entstehen.

(2) Bei Bauarbeiten, durch die unbeteiligte Personen gefährdet werden können, ist die Gefahrenzone abzugrenzen oder durch Warnzeichen zu kennzeichnen. Soweit erforderlich, sind Baustellen mit einem Bauzaun abzugrenzen, mit Schutzvorrichtungen gegen herabfallende Gegenstände zu versehen und zu beleuchten.

(3) Bei der Ausführung nicht verfahrensfreier Bauvorhaben hat die Bauherrin oder der Bauherr an der Baustelle ein Schild, das die Bezeichnung des Bauvorhabens sowie die Namen und Anschriften der Entwurfsverfasserin oder des Entwurfsverfassers, der Bauleiterin oder des Bauleiters und der Unternehmerin oder des Unternehmers für den Rohbau enthalten muss, dauerhaft und von der öffentlichen Verkehrsfläche aus sichtbar anzubringen.

(4) Bäume, Hecken und sonstige Bepflanzungen, die auf Grund anderer Rechtsvorschriften zu erhalten sind, müssen während der Bauausführung geschützt werden.

§ 12 Standsicherheit

(1) Jede bauliche Anlage muss im Ganzen und in ihren einzelnen Teilen für sich allein standsicher sein. Die Standsicherheit anderer baulicher Anlagen und die Tragfähigkeit des Baugrundes der Nachbargrundstücke dürfen nicht gefährdet werden.

(2) Die Verwendung gemeinsamer Bauteile für mehrere bauliche Anlagen ist zulässig, wenn öffentlich-rechtlich gesichert ist, dass die gemeinsamen Bauteile bei der Beseitigung einer der baulichen Anlagen bestehen bleiben können.

§ 14 Brandschutz
Bauliche Anlagen sind so anzuordnen, zu errichten, zu ändern und instand zu halten, dass der Entstehung eines Brandes und der Ausbreitung von Feuer und Rauch (Brandausbreitung) vorgebeugt wird und bei einem Brand die Rettung von Menschen und Tieren sowie wirksame Löscharbeiten möglich sind.